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Auf der Suche nach guten Sorten

Ob der Tafelapfel ‚Kaiser Wilhelm‘ oder die Noisetterose ‚Duchesse de Grammont‘ – bei manchen alten Pflanzensorten hört man schon am Namen, dass sie im 18. oder 19. Jahrhundert entstanden sind. Bei Liebhabern sind diese Klassiker durchaus begehrt – stehen sie doch für eine lange Garten- und Züchtungstradition. Doch im Wandel der Zeit verändern sich auch die Ansprüche an Gartenpflanzen. Noch heute züchten und selektieren Pflanzenexperten nach den gleichen Methoden wie ihre Vorgänger in den letzten Jahrhunderten. Aber die Ziele haben sich verändert und sind heute in mancher Hinsicht anspruchsvoller geworden. Zum Beispiel ist es heute wichtig, Resistenzen gegen Krankheiten einzuzüchten, die es vor 100 Jahren noch gar nicht gab. Die Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung (ADR) geht sogar so weit, dass neue Rosensorten ohne Bekämpfungsmaßnahmen frei sein müssen von Blattkrankheiten wie Mehltau. Nur dann erhalten sie das ADR-Prädikat.

Bevor eine neue Sorte zugelassen wird, findet eine aufwändige Prüfung statt. Diese soll zeigen, ob es sich überhaupt um eine neue Sorte handelt und ob sie erkennbare Verbesserungen im Vergleich zu bestehenden Sorten mitbringt. „Als Mitwirkende im Arbeitskreis Gehölzsichtung blicken wir auf eine lange, bewährte Zusammenarbeit mit dem Bundessortenamt zurück“, erklärt Marius Tegethoff, Bereichsleiter für Produktion und Qualitätssicherung beim Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. „In ganz Deutschland gibt es Sichtungsgärten, in denen unter verschiedenen Standortbedingungen über mehrere Jahre Vergleichspflanzungen angelegt werden. Die gewonnenen Prüfergebnisse vergleichen wir auch im internationalen Austausch.“

Ein aktuelles Beispiel ist die Rispen-Hortensie (Hydrangea paniculata). Hier wurden von 2013 bis 2016 insgesamt 22 Sorten an 13 Standorten getestet – zum Beispiel ‚Limelight‘, ‚Pinky-Winky‘ oder ‚Wims Red‘. Die Prüfkriterien waren unter anderem die Standfestigkeit, die Attraktivität der Blüte sowie die Intensität der Herbstfärbung. Durch dieses Engagement trägt die Baumschulbranche zu einer hohen Pflanzen- und Sortenqualität bei, von der auch die Mitgliedsbetriebe des BdB profitieren. Sie können ihr Sortiment auf Basis der Ergebnisse erweitern und erhalten verlässliche Angaben zu den Eigenschaften der neuen Sorten. Jetzt im Herbst ist das Angebot in den Baumschulen besonders groß. Weitere Informationen sind unter www.gehoelzsichtung.de und www.adr-rose.de zu finden.