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Kommunale Angebote sichtbar machen!

stadtnaturIn jüngster Zeit machen im Internet Darstellungen die Runde, bei denen Kinder und Jugendliche Markenlogos und Laubblätter von Bäumen erkennen und benennen sollen. Man ahnt, welche Zeichen von der Mehrheit richtig zugeordnet werden: Sie erkennen mühelos Apple, Nike und Facebook… können aber kaum Ahorn-, Linden- oder Eichenblätter identifizieren. Auch auf Fragen darüber, wie Obst und Gemüse wachsen, geben Kinder und Jugendliche teilweise abenteuerliche Antworten. Pädagogen, Verbände und Institutionen machen sich Gedanken, wie dieser Entwicklung etwas entgegen gesetzt werden kann.

Helmut Selders, Präsident des Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V.: „Das Problem geringen Wissens und mangelnden Naturerlebens wiegt umso schwerer, als es einen direkten Zusammenhang zwischen Naturerfahrung in der Kindheit und dem späteren Umweltbewusstsein gibt.“

Deshalb unterstützt der BdB auf verschiedenen Ebenen Projekte zur Förderung des Bewusstseins von Kindern und Jugendlichen für Natur, insbesondere für Pflanzen in Städten. Zusammen mit anderen Verbänden und Organisationen ist der BdB zum Beispiel Unterstützer der Initiative „Europa Minigärtner“. Ziel ist es, Kinder durch regelmäßige Besuche in Gartenbaubetrieben an Natur, Gärtnern und gesunde Ernährung heranzuführen, oft auch in Kooperation mit Schulen. „Unsere Betriebe berichten von sehr positiven Reaktionen der Kinder und ihrer Lehrer“, weiß Selders. „Die Kinder sind sehr interessiert und haben viel Spaß mit Pflanzen, Topfen und Schneiden.“

Spielerisch Stadtnatur erfahren

Norwegische Wissenschaftler um Ingunn Fjörtoft von der Telemark Universität haben untersucht, wie sich Spiel und Bewegung im Freien bei Kindern auswirken: Wenn sich Kinder draußen aufhalten, zeigen sich Verbesserungen von motorischen, sprachlichen und mathematischen Fertigkeiten, außerdem steigt die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Pädagogen empfehlen Naturerfahrungen und freies Spiel insbesondere, weil die Vielfalt der Natur ihnen Entdeckungen ermöglicht, die sie auf durchgeplanten Spielplätzen nicht erleben können. Auch die zunehmende Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen, die im Ergebnis mehr virtuelles als tatsächliches Erleben zur Folge hat, wird mehr und mehr als Herausforderung erkannt. Von dem jüngsten Beispiel, Pokemon Go!, meint Reinhard Habbel im aktuellen Magazin „Kommunal“ des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, könnten Politik und Verwaltung allerdings lernen. Gerade im Bereich des Stadtmarketings und des Tourismus sei „Augmented Reality“ – die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung – eine große Chance. So könnten beispielsweise Informationen zur Stadtgeschichte oder Hinweise auf besondere Bauten in die virtuelle Stadt eingeblendet werden. „Es zeichnet sich ab, dass in der Stadt der Zukunft Virtuelles und Reales mehr und mehr zusammenfließen. Smart Cities sind schon aus ökologischen Gründen geboten,“ so Selders, „aber wie man in den boomenden Städten Asiens sieht, wird dabei immer auch großer Wert auf Grünflächen und Naturräume gelegt.“

Angebote öffentlich machen

Selders: „Viele Städte und Gemeinden verfügen bereits über zahlreiche Angebote – von botanischen Gärten über Naturkundemuseen bis hin zu speziellen Weiterbildungen für Gartenbesitzer reicht das breite Spektrum. Gerade jetzt im Sommer laden Parks und Sportanlagen zu Draußen-Aktivitäten ein, die mehr sein können als gemeinsames Grillen und Chillen.“

Manche Städte bieten während der Sommerferien Kinder- und Jugendfreizeiten an, in denen unter anderem Programme zu Natur- und Umweltthemen vorgesehen sind. Auch viele Schulen engagieren sich mit Schulgärten oder Umweltprojekten für die Umweltbildung. Das Bundesumweltministerium betreibt eine Website „Umwelt im Unterricht“, die alle zwei Wochen Hintergrundinformationen und Unterrichtsmaterialien zu aktuellen Themen mit Umweltbezug zur Verfügung stellt. Damit wird das Bedürfnis vieler Lehrkräfte nach fundierten Informationen und Materialien zu Umweltthemen bedient. Das pädagogische Ziel hinter den verschiedenen Angeboten zur Naturerfahrung ist im Kern immer gleich: Nur was man kennt, schätzt und schützt man auch.